
Dendrobates tinctorius verantwortungsvoll pflegen
Färberfrosch im Terrarium halten: Dendrobates tinctorius verantwortungsvoll pflegen
Der Färberfrosch ist einer der bekanntesten Pfeilgiftfrösche in der Terraristik. Seine auffällige Färbung, die tagaktive Lebensweise und die gute Sichtbarkeit im bepflanzten Regenwaldterrarium machen ihn für viele Halter besonders attraktiv. Gleichzeitig ist Dendrobates tinctorius kein Tier für spontane Anschaffungen. Wer diese Art dauerhaft gesund pflegen möchte, braucht ein gut geplantes Feuchtterrarium mit stabilem Klima, viel Struktur, sauberer Fütterung, konsequenter Hygiene und möglichst wenig Stress für die Tiere.
Für Kunden von ZooSky24 ist der Färberfrosch vor allem dann interessant, wenn ein naturnahes, kontrollierbares Tropenterrarium aufgebaut werden soll. Entscheidend sind ein sinnvoll strukturiertes Regenwaldbecken, ein feuchtigkeitsspeichernder Boden mit Laubschicht, viele Verstecke, kleine Futtertiere, sauberes Wasser, gute Belüftung und eine Haltung ohne ständiges Anfassen. Wer sich zunächst allgemein orientieren möchte, findet im Terraristik Ratgeber von ZooSky24 eine gute Grundlage für Aufbau, Technik und Pflege.
Deutscher und wissenschaftlicher Name
Der deutsche Name lautet Färberfrosch. Wissenschaftlich heißt die Art Dendrobates tinctorius. Sie gehört zur Familie der Dendrobatidae, also zu den Pfeilgiftfröschen. Im Handel und in der Hobbyzucht begegnen Halter vielen Farb- und Lokalformen. Gerade deshalb sollte beim Kauf nicht nur auf die Optik, sondern auch auf eine saubere Herkunft und nachvollziehbare Nachzucht geachtet werden.
Herkunft, natürlicher Lebensraum und Verhalten
Dendrobates tinctorius stammt aus dem Guayana-Schild in Südamerika und kommt vor allem in feuchten Waldgebieten von Französisch-Guayana, Suriname, Guyana und angrenzenden Teilen Nordbrasiliens vor. Die Tiere leben in warmen, luftfeuchten Regenwaldhabitaten mit dichter Bodenstruktur, Laubschicht, Wurzeln, Totholz, Felsspalten und kleinen Wasseransammlungen. Anders als viele Halter anfangs vermuten, ist der Färberfrosch kein reiner Baumfrosch. Er nutzt zwar erhöhte Strukturen, Bromelien und Rückwände, ist aber überwiegend bodennah unterwegs.
Färberfrösche sind tagaktiv und oft gut zu beobachten. Gerade diese Sichtbarkeit führt aber leicht zu einem typischen Anfängerfehler: Die Tiere wirken robust, sind es biologisch jedoch nicht. Ihre Haut ist empfindlich, ihre Wasserbalance sensibel und Temperaturfehler werden häufig erst bemerkt, wenn bereits Stress oder gesundheitliche Probleme entstanden sind. Wer ein passendes Tropenbecken bauen möchte, sollte sich vorab den ZooSky24-Ratgeber zum Regenwaldterrarium ansehen.
Eignung für Anfänger oder erfahrene Halter
Der Färberfrosch ist kein klassisches Anfängertier im Sinne von „pflegeleicht und verzeihend“, kann aber für engagierte Einsteiger mit gründlicher Vorbereitung geeignet sein. Wer die Art hält, sollte bereit sein, sich mit Mikroklima, Futtertiergrößen, Wasserhygiene, Supplementierung und Stressvermeidung ernsthaft zu beschäftigen. Für Halter, die ein dekoratives Terrarium ohne laufende Pflege suchen oder Tiere regelmäßig in die Hand nehmen möchten, ist Dendrobates tinctorius nicht passend.
Positiv ist, dass Nachzuchten im Fachhandel gut verfügbar sind und die Tiere tagsüber aktiv sind. Anspruchsvoll bleibt jedoch die Kombination aus hoher Luftfeuchtigkeit, sauberer Belüftung, empfindlicher Amphibienhaut, kleinem Futter und konsequenter Beobachtung. Wer sauber arbeitet, erhält dagegen eine sehr attraktive und spannende Art für ein naturnah bepflanztes Feuchtterrarium.
Terrariumgröße, Terrariumtyp und Besatz
Für ein Paar oder ein harmonisches, sorgfältig geplantes kleines Gruppensetup ist ein gut strukturiertes Hoch- oder Halbhochterrarium mit ausreichend Grundfläche sinnvoll. Praktisch wichtiger als reine Außenmaße ist immer die nutzbare Innenfläche nach Abzug von Bodengrund, Drainage, Rückwand und Technik. Für ein Paar sollte das Terrarium nicht zu klein gewählt werden; mehr Struktur und mehr Grundfläche reduzieren Stress deutlich besser als ein optisch dicht dekoriertes, aber enges Becken.
Sehr kleine Becken funktionieren bei dieser Art nur kurzfristig oder für spezielle Aufzucht- und Quarantänezwecke. Im Dauerbetrieb sind größere, gut zugängliche Terrarien meist deutlich stabiler und pflegeleichter. Gruppenhaltung wird bei Dendrobates tinctorius oft zu leicht verallgemeinert. Die Art kann innerartlich ruppig sein, besonders bei ungünstiger Geschlechterverteilung, zu engem Raum oder zu wenigen Rückzugsorten. Für viele Halter ist ein gut beobachtetes Paar die kontrollierbarere Lösung. Bei kleinen Gruppen müssen Fütterung, Sitzplätze, Sichtschutz und Ausweichmöglichkeiten besonders gut geplant werden.
Einrichtung: Bepflanzung, Laubschicht, Verstecke und Bromelien
Der Färberfrosch braucht kein leeres Schaubecken, sondern ein funktionales Regenwaldterrarium. Der Boden sollte aus Drainage, geeignetem feuchten Substrat und einer stabilen Laubschicht bestehen. Gerade die Laubschicht erfüllt mehrere Aufgaben zugleich: Sie bietet Deckung, schafft natürliche Laufwege, unterstützt Mikrofauna und hilft dabei, leichte Feuchteschwankungen besser abzufangen. Für die Planung des richtigen Aufbaus ist der ZooSky24-Ratgeber zu Terrarium Bodengrund und Substraten sehr hilfreich.
Viele Halter entscheiden sich bei Pfeilgiftfröschen für ein lebendes Bodensystem. Das ist sinnvoll, wenn das Becken groß genug, gut belüftet und dauerhaft pflegbar bleibt. Ein sauber aufgebautes bioaktives Terrarium kann mit Pflanzen, Mikrofauna und strukturreichem Boden zu stabileren Bedingungen beitragen. Es ersetzt aber niemals Kontrolle und Hygiene.
Zur Einrichtung gehören flache Wurzeln, Rindenstücke, Kork, kleine Ebenen, ruhige Ecken und sichere Rückzugsplätze. Färberfrösche sitzen gerne sichtbar, möchten aber dennoch schnell aus dem Blickfeld verschwinden können. Darum sind mehrere kleine, verteilte Verstecke besser als ein einziger großer Unterschlupf. Passende Überlegungen zur Struktur finden Sie auch bei ZooSky24 unter Verstecke und Höhlen im Terrarium.
Lebende Pflanzen verbessern nicht nur die Optik, sondern auch das Mikroklima und die Struktur. Geeignet sind robuste tropische Terrarienpflanzen mit glatten und rauen Blattflächen, auf denen sich Wasser hält, ohne dass das ganze Becken sumpfig wird. Bromelien können sinnvoll sein, weil sie zusätzliche Ebenen, Sichtschutz und kleine Wasserreservoire schaffen. Bei Dendrobates tinctorius sind Bromelien eine nützliche Strukturergänzung, aber nicht automatisch der zentrale Laich- oder Aufenthaltsplatz jeder Haltung. Wichtig bleibt immer ein gut nutzbarer Bodenbereich mit Laub und Schutz.
Klima: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Belüftung
Der Färberfrosch braucht ein warmes, aber nicht überhitztes Feuchtterrarium. Bewährt haben sich tagsüber meist Temperaturen im Bereich von etwa 22 bis 26 Grad Celsius, lokal etwas wärmer in beleuchteten Zonen, aber ohne harte Hitzeinseln. Nachts darf es moderat abkühlen, oft auf etwa 20 bis 22 Grad Celsius. Entscheidend ist weniger eine einzelne Zahl als ein stabiles, nachvollziehbares Gesamtsystem ohne dauerhafte Überwärmung. Gerade längere Phasen deutlich oberhalb von etwa 27 bis 28 Grad Celsius sind kritisch und dürfen nicht unterschätzt werden.
Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber hoch sein, aber nicht durch stehende, muffige Luft entstehen. Als grobe Orientierung werden häufig etwa 70 bis 85 Prozent am Tag und höhere Werte nach dem Sprühen oder nachts genannt. Noch wichtiger als ein einzelner Prozentwert ist die Kombination aus Luftbewegung, feuchtigkeitsspeicherndem Bodengrund, Pflanzen, Verdunstungsflächen und sauberer Trocknung zwischen den Feuchtephasen. Der ZooSky24-Ratgeber zur Luftfeuchtigkeit im Terrarium hilft dabei, Werte nicht nur zu erhöhen, sondern auch sinnvoll zu steuern.
Ein häufiger Fehler bei Amphibien ist die Annahme, dass hohe Luftfeuchtigkeit automatisch ein fast geschlossenes Terrarium ohne Luftaustausch erfordert. Genau das kann zu Problemen führen. Dendrobates tinctorius braucht Feuchte, aber ebenso eine gute Belüftung. Stauende Nässe, ständig beschlagene Scheiben, faulender Boden, modriger Geruch oder Schimmelherde sind Warnzeichen. Gute Belüftung bedeutet nicht, das Terrarium austrocknen zu lassen, sondern Feuchtigkeit und Luftaustausch gleichzeitig zu planen.
Beleuchtung und UVB sachlich eingeordnet
Beim Färberfrosch ist gute Beleuchtung wichtig, aber nicht im Sinn eines klassischen Reptilien-Sonnenplatzes. Die Tiere profitieren vor allem von einem hellen, klar strukturierten Tag-Nacht-Rhythmus, von sichtbarem Licht für Aktivität und von Beleuchtung, die auch Pflanzenwachstum unterstützt. Für die technische Grundplanung bietet ZooSky24 einen separaten Ratgeber zur Terrarium Beleuchtung.
UVB wird bei Pfeilgiftfröschen oft zu pauschal behandelt. Dendrobates tinctorius ist kein klassisches Tier für starke UVB-Wärmekombilampen. Eine sehr aggressive Beleuchtung mit viel Hitze und hohem UV-Ausstoß ist für ein kleines, feuchtes Froschterrarium meist ungeeignet. Niedrige, kontrollierte UVB-Anteile können in einzelnen Setups eine Rolle spielen, müssen aber mit Abstand, Beschattung, Ausweichzonen, Beckenhöhe und der gesamten Supplementierung abgestimmt werden. Wer UVB einsetzt, sollte das Thema über den ZooSky24-Ratgeber UV Lampe fürs Terrarium richtig auswählen nüchtern und artspezifisch betrachten. Für viele Haltungen steht gutes Grundlicht mit sicherer Temperaturführung im Vordergrund.
Wasserstellen, Sprühen und Tropftränke
Färberfrösche trinken nicht wie Chamäleons über eine klassische Tropftränke. Standard ist bei dieser Art vielmehr ein feuchtes, regelmäßig besprühtes Terrarium mit Wasser auf Blattflächen sowie eine kleine, flache und leicht zu reinigende Wasserstelle. Das Wasser muss sauber, chlorarm und für Amphibien geeignet sein. Tiefe Näpfe oder schwer zu reinigende Miniteiche sind unnötig und erhöhen eher das Risiko für Verschmutzung.
Eine kleine Wasserschale kann sinnvoll sein, wenn sie flach, sicher erreichbar und täglich kontrollierbar ist. Für viele Halter ist außerdem eine automatische Beregnung praktisch, solange das Terrarium zwischen den Feuchtephasen wieder Luft bekommt und nicht in dauerhafter Nässe steht. Hinweise zur sinnvollen Auswahl von Näpfen und Wasserstellen gibt es bei ZooSky24 im Ratgeber Wasser und Futterschalen im Terrarium. Eine klassische Tropftränke ist für Dendrobates tinctorius dagegen keine Standardlösung.
Fütterung: Fruchtfliegen, Springschwänze, Asseln und Abwechslung
Der Färberfrosch frisst kleine lebende Beutetiere. In der Praxis stehen vor allem Fruchtfliegen, Springschwänze und kleine Asseln im Mittelpunkt. Die Futtertiergröße muss immer zum Maulspalt, Alter und Ernährungszustand des Tieres passen. Gerade Jungtiere benötigen sehr kleine, gut erreichbare Futtertiere und eher häufigere kleine Gaben als seltene große Portionen.
Als Grundfutter für viele adulte Tiere werden häufig Fruchtfliegen genutzt. Passend dazu bietet ZooSky24 beispielsweise Fruchtfliegen als Zuchtansatz an. Für die grundsätzliche Planung von Mengen, Größen und Futterwechseln hilft außerdem der Ratgeber Futterinsekten richtig auswählen.
Springschwänze spielen bei Dendrobates tinctorius eine Doppelrolle. Sie sind einerseits sehr kleines Zusatzfutter, andererseits nützliche Mikrofauna im feuchten Boden. Wer mehr über Nutzen und Grenzen wissen möchte, findet bei ZooSky24 den passenden Ratgeber zu Springschwänzen im Terrarium. Ebenso können kleine Asseln in bioaktiven Setups sinnvoll sein, sowohl als Bodenhelfer als auch als gelegentliches Zusatzfutter. Dazu passt der ergänzende Überblick zu Asseln in der Terraristik.
Gefüttert wird in kleinen, kontrollierbaren Portionen. Nicht gefressene Futtertiere und größere Reste sollten nicht dauerhaft im Terrarium verbleiben. Überfütterung, massive Futteransammlungen in ruhigen Ecken oder ein unkontrolliertes Aufkommen von Futtertieren verschlechtern das Klima und erhöhen hygienische Probleme. Besonders wichtig ist Abwechslung: Ein Färberfrosch sollte nicht über lange Zeit ausschließlich mit einem einzigen Futtertier versorgt werden.
Supplementierung: Calcium, D3 und Vitamine
Wie viele insektenfressende Terrarientiere brauchen auch Färberfrösche eine durchdachte Supplementierung. Futtertiere sind nicht automatisch ausgewogen. Deshalb werden kleine Futterinsekten in der Haltung meist regelmäßig mit geeigneten Präparaten abgestäubt. Dabei gilt: nicht blind viel hilft viel, sondern planvoll und an die Haltungsweise angepasst. Alter, Wachstum, Nachzucht, UVB-Konzept und Futtervielfalt spielen eine Rolle.
Für die praktische Einordnung von Calcium, Vitamin D3 und Multivitaminpräparaten lohnt sich bei ZooSky24 der Blick auf Calcium, Vitamin D3 und Reptivite richtig einsetzen. In der Praxis bedeutet das für Färberfrösche meist: feine, passende Dosierung statt grober Überversorgung. Eine falsch verstandene „Sicherheitsdosis“ kann ebenso problematisch sein wie eine Unterversorgung.
Häutung
Auch Färberfrösche häuten sich. Die Haut wird dabei meist in feinen Anteilen abgestreift und häufig direkt wieder aufgenommen. Das ist normal. Probleme entstehen eher dann, wenn das Tier gestresst ist, das Mikroklima nicht passt, die Haut austrocknet oder Rückstände von Reinigern, Düften oder ungeeignetem Wasser die empfindliche Haut reizen. Gerade weil der Häutungsvorgang oft unauffällig verläuft, wird er von Haltern leicht übersehen. Eine ruhige Umgebung, passende Feuchtigkeit und saubere Bedingungen sind hier wichtiger als jedes „Eingreifen“.
Fortpflanzung und Nachzucht
Bei guter Haltung kann Dendrobates tinctorius im Terrarium auch zur Fortpflanzung schreiten. Die Eiablage erfolgt meist an geschützten, feuchten Stellen, etwa unter Laub, in Filmdosen-ähnlichen Laichplätzen, kleinen Höhlen oder auf glatten Flächen in geschützten Bereichen. Die Gelege müssen sauber bleiben; stehende Nässe direkt am Gelege fördert schnell Verluste.
Typisch für viele Dendrobatiden ist die Fürsorge für den Nachwuchs. Bei Dendrobates tinctorius übernimmt vor allem das Männchen häufig den Transport der Kaulquappen zu kleinen Wasserstellen. In der Nachzucht werden Larven aus Gründen der Kontrolle und wegen möglicher Konkurrenz oder Kannibalismus häufig einzeln oder sehr kontrolliert aufgezogen. Wer züchten möchte, sollte zudem Farb- und Lokalformen nicht unkritisch mischen. Für verantwortungsvolle Nachzucht zählt nicht nur „es kommen Jungtiere“, sondern auch die saubere Dokumentation der Tiere und ihrer Herkunft.
Pflege, Hygiene und Quarantäne
Amphibien reagieren empfindlich auf Hygieneprobleme. Deshalb ist eine tägliche Sichtkontrolle sinnvoll: frisches Wasser, saubere Scheiben ohne Faulgeruch, keine massiven Futterreste, keine abgestorbenen Pflanzenteile in größeren Mengen und keine auffälligen Schimmelinseln. Bioaktive Terrarien können Pflege erleichtern, sind aber nie wartungsfrei.
Verschmutzte Wasserschalen, gammlige Futteransammlungen und ständig tropfnasses Substrat gehören zu den häufigsten Fehlerbildern. Neue Tiere sollten nicht direkt ungeprüft in einen bestehenden Bestand gesetzt werden. Quarantäne, Herkunftsprüfung und genaue Beobachtung sind bei Amphibien besonders wichtig, schon wegen der generellen Empfindlichkeit gegenüber Stress, Parasiten und Hautproblemen.
Handling und Stressvermeidung
Färberfrösche sind Beobachtungstiere, keine Anfasstiere. Die empfindliche Amphibienhaut reagiert auf trockene Finger, Hautfette, Seifenreste, Cremes, Desinfektionsmittelrückstände und Druck sehr sensibel. Regelmäßiges Herausnehmen ist deshalb zu vermeiden. Wenn ein Tier aus medizinischen oder sicherheitsrelevanten Gründen doch umgesetzt werden muss, sollte dies zügig, ruhig und mit geeignetem, sauberen Material erfolgen.
Stress entsteht nicht nur durch Anfassen. Auch häufiges Umdekorieren, zu wenig Deckung, hektische Bewegungen vor dem Becken, ungeeignete Vergesellschaftung, Dauerhitze oder unruhige Standorte wirken belastend. Ein gut geplantes Terrarium gibt dem Tier Wahlmöglichkeiten: offene Sitzplätze für Beobachtung und sichere Bereiche zum Rückzug.
Giftigkeit verantwortungsvoll erklärt
Der Färberfrosch gehört biologisch zu den Pfeilgiftfröschen. Dieser Name sollte in der Heimtierhaltung aber weder verharmlost noch sensationsartig überhöht werden. In freier Natur stehen die Hautalkaloide der Tiere mit ihrer speziellen Nahrung in Zusammenhang. Bei langjährig in Menschenobhut gezogenen Nachzuchten ist die Situation anders als bei Wildtieren, weil das übliche Terrarienfutter diese natürliche Alkaloidquelle nicht in gleicher Weise liefert. Trotzdem bleibt der sachliche Umgang wichtig: Tiere nicht unnötig anfassen, keine Schleimhautkontakte riskieren, nach Arbeiten im Terrarium Hände reinigen und grundsätzlich nur dokumentierte Nachzuchten aus seriöser Quelle erwerben.
Artenschutz, CITES und Herkunftsnachweise
Dendrobates tinctorius ist artenschutzrechtlich relevant und international über CITES erfasst. Für Halter bedeutet das vor allem: nur Tiere mit sauberer Herkunft kaufen, Unterlagen aufbewahren und Nachzuchten nachvollziehbar dokumentieren. Rechnungen, Herkunftsnachweise, Zuchtbelege und gegebenenfalls weitere Dokumente sollten dauerhaft geordnet abgelegt werden. Gerade bei häufig gehandelten Farbformen ist eine saubere Dokumentation wichtiger als bloße Aussagen wie „vom Züchter“ oder „aus Hobbybestand“.
Ob zusätzlich Melde- oder Nachweispflichten gelten, kann sich je nach Bundesland, Herkunft, Rechtslage und Einzelfall unterscheiden. Deshalb sollte der konkrete Schutzstatus immer aktuell geprüft werden. Wildfänge sind aus tierethischer und artenschutzfachlicher Sicht deutlich kritischer zu bewerten als belastbare Nachzuchten. Für den normalen Terraristikalltag sind dokumentierte Nachzuchten die klare Empfehlung.
Typische Haltungsfehler beim Färberfrosch
- Ein zu kleines oder zu wenig strukturiertes Terrarium wählen und nur auf die Optik achten.
- Hohe Luftfeuchtigkeit mit schlechter Belüftung verwechseln und dadurch Stauluft erzeugen.
- Das Becken zu warm betreiben oder Temperaturspitzen im Sommer unterschätzen.
- Zu wenige Rückzugsorte und zu wenig Sichtschutz einbauen.
- Zu große oder zu wenige Futtertiere anbieten.
- Futterreste, tote Insekten oder verschmutzte Wasserstellen nicht konsequent entfernen.
- Supplemente planlos oder zu stark anwenden.
- Gruppenhaltung verharmlosen und innerartliche Spannungen zu spät erkennen.
- Die Tiere regelmäßig anfassen oder für Fotos unnötig umsetzen.
- Neue Tiere ohne Quarantäne oder ohne belastbare Herkunftsnachweise einsetzen.
- Bioaktiv mit pflegefrei verwechseln und Probleme im Bodensystem zu spät bemerken.
- Starke UVB- oder Wärmelampen aus der Reptilienhaltung unkritisch auf Pfeilgiftfrösche übertragen.
FAQ zum Färberfrosch
Ist der Färberfrosch für Anfänger geeignet?
Für sehr sorgfältige Einsteiger mit echter Vorbereitung ja, als spontanes Ersttier eher nein. Die Art ist attraktiv, aber in Klima, Futter und Hygiene deutlich anspruchsvoller als viele Anfänger vermuten.
Wie groß sollte das Terrarium sein?
Wichtiger als ein Minimalmaß ist eine ausreichend große, gut strukturierte nutzbare Innenfläche mit Bodenraum, Rückzug, Pflanzen und Pflegezugang. Für ein Paar sollte das Becken lieber etwas größer und stabiler geplant werden als knapp kalkuliert.
Kann man mehrere Färberfrösche zusammen halten?
Nur mit Bedacht. Dendrobates tinctorius kann innerartlich territorial sein. Ein Paar ist oft leichter zu kontrollieren als eine Gruppe. Bei mehreren Tieren braucht es deutlich mehr Struktur, Beobachtung und die Bereitschaft zur Trennung.
Braucht der Färberfrosch UVB?
Nicht in der pauschalen, starken Reptilienlogik. Wichtig sind gutes Grundlicht, Tag-Nacht-Rhythmus, sichere Temperaturen und eine passende Supplementierung. Schwaches, kontrolliertes UVB kann in manchen Setups eine Rolle spielen, muss aber sorgfältig eingeordnet werden.
Was frisst Dendrobates tinctorius?
Vor allem kleine lebende Futtertiere wie Fruchtfliegen, Springschwänze und kleine Asseln beziehungsweise weitere passende Kleinstfuttertiere. Die Futtergröße muss immer zum Tier passen.
Ist eine Tropftränke nötig?
Nein, nicht als Standard. Sinnvoller sind regelmäßige Feuchtephasen, Wasser auf Blattflächen und eine kleine, saubere flache Wasserstelle. Eine klassische Tropftränke wie bei Chamäleons ist für diese Art nicht üblich.
Darf man Färberfrösche anfassen?
Im Alltag nein. Anfassen bedeutet Stress und birgt wegen der empfindlichen Haut ein Risiko. Amphibien sind Beobachtungstiere und sollten nur umgesetzt werden, wenn es wirklich nötig ist.
Wie wichtig sind Herkunftsnachweise?
Sehr wichtig. Dendrobates tinctorius ist artenschutzrechtlich relevant. Kaufbelege, Herkunftsangaben und Nachzuchtnachweise sollten immer aufbewahrt und im Zweifel aktuell bei den zuständigen Stellen geprüft werden.
Quellen und weiterführende Informationen
- AmphibiaWeb, Dendrobates tinctorius
- IUCN Red List, Suchergebnis zu Dendrobates tinctorius
- CITES, Dendrobates tinctorius
- Bundesamt für Naturschutz, CITES Arten- und Produktinfos
- WISIA Datenbank des BfN
- MSD Veterinary Manual, Environment and Husbandry for Amphibians
- Exo Terra Care Guide, Dendrobates tinctorius
- PeerJ, From habitat use to social behavior: natural history of a voiceless poison frog, Dendrobates tinctorius
- PubMed, Natural history of Dendrobates tinctorius
- PubMed, An uptake system for dietary alkaloids in poison frogs
Wichtiger Hinweis: Dieser Ratgeber wurde nach bestem Wissen anhand der genannten Quellen erstellt. Die Angaben wurden sorgfältig recherchiert, erfolgen jedoch ohne Gewähr und ersetzen keine tierärztliche Diagnose sowie keine behördliche oder rechtliche Einzelfallprüfung. Haltungswerte, Meldepflichten, Artenschutz, Gefahrtierregelungen, Sicherheitsanforderungen und Gesundheitsrisiken können je nach Art, Herkunft, Bundesland, Produkt, Herstellerangabe und Einzelfall abweichen. Bitte prüfen Sie die konkreten Anforderungen vor Anschaffung, Haltung, Verkauf, Einbau oder Nutzung immer artspezifisch und aktuell.